Die Ortschaftsräte von CDU, AfD und UWS lehnen Klimaanpassungsmaßnahmen im Hochland ab

Die Kommunalpolitik braucht einen Handlungsleitfaden in Zeiten des Klimawandels, fordert unsere GRÜNE Ortschaftsrätin Manuela Schott. Der Handlungsleitfaden soll Umweltanpassungsmaßnahmen priorisieren. Diese Maßnahmen sollen den Artenschwund eindämmen, die ökologischen Qualität der Dresdner Teiche und Fließgewässer verbessern und die Ökosystemleistungen stärken.

Die trockenen heißen drei zurückliegenden Dürrejahre 2018, 2019 und 2020 haben viele Menschen nicht kalt gelassen. Im Schönfelder Hochland versiegten einige Bäche gänzlich. Häufig waren nur noch Rinnsale am Bachgrund zu sehen. In den Hangwäldern der rechtselbischen Täler und Gründe stehen eine Vielzahl an dürren Bäumen. Die Dürre lenkte den Blick aber auch auf verlandete Teiche, die seit längerem ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Sie können keinen Beitrag mehr für das Ökosystem leisten. Was ist zu tun?

 

Das kühle nasse Frühjahr 2021 gönnte der Natur eine Verschnaufpause. Der Frühsommer lässt die Bauern auf eine gute Ernte hoffen. 

Er kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der vergangene Sommer um 2,2 Grad C wärmer als im Vergleich zur Klimareferenzperiode 1961 – 1990 war. Es gab 44 Sommertage statt im Durchschnitt 31 Sommertage mit mehr als 25 Grad C. Dabei war es 14 Tage lang wärmer als 30 Grad C, bei gleichzeitig 19% weniger Niederschlag. 

Andererseits brachte das Sturmtief „Kirsten“ im August 2020 Starkregen. Keller mussten ausgepumpt werden, Äste brachen ab, Schlamm musste von den Straßen beseitigt werden. Eine enorme Belastung für Mensch und Natur.

In diesem Frühjahr unterschritten 70 % der sächsischen Mess-Stellen den mittleren Wert und das um durchschnittlich 41 Zentimeter. Wissenschaftler meinten; es fehlt ein ganzer Jahresniederschlag zum Normalpegel des Grundwassers.

Der Klimawandel ist messbar und er hat Folgen. So zum Beispiel ist das Amphibienvorkommen bis 2018 im gesamten Dresdner Stadtgebiet um 44% gesunken. Wegen der Trockenheit, begründete das Dresdner Umweltamt 2020 den Niedergang von Frosch und Co.

Um sich nicht in den 550 Fließgewässern und 300 stehenden Gewässern zu verlieren, braucht es eine Gesamtschau aller vorliegenden Daten in der Umweltverwaltung. Wichtig ist, die Eigentümer*innen der Teiche- bzw. Gewässer zu beteiligen. Ohne deren Einwilligung sind Renaturierungs- bzw. Pflegemaßnahmen nicht möglich. 

Der interfraktionelle Antrag der Stadtratsfraktionen von GRÜNEN, LINKE und SPD wurde in den Stadtbezirksbeiräten und Ortschaftsräten beraten und wird nach der Sommerpause in den Stadtrat zur Beschlussfassung gelangen. Manuela Schott dazu: „Mit dem Antrag soll der Kommunalpolitik auch ein Impuls gegeben werden, jetzt zu handeln. Für diese Maßnahmen müssen die notwendigen Haushaltsmittel eingeplant und bereitgestellt werden.“ 

Obwohl der Handlungsdruck wächst, die Zahlen für dringende Anpassungsmaßnahmen in Zeiten des Klimawandels sprechen, lehnten die Ortschaftsräte von CDU, AfD und UWS den interfraktionellen Antrag in der Sitzung des Ortschaftsrates von Schönfeld Weißig am 12. April 2021 ab. 



zurück

URL:https://gruenedresden.de/kreisverband/stadtbezirke/hochland-gruene/expand/817816/nc/1/dn/1/