
17.05.26 –
Am 08. Mai trafen wir uns bei HolyPoly auf dem Jagdweg im Herzen der Stadt zum Unternehmensbesuch. Das Unternehmen hilft Produzenten z.B. von Haushalts- oder Spielgeräten Kunststoff im Kreislauf zu halten Das Büro liegt direkt neben dem Rosenwerk, einem Makerspace für alle, die gern bauen, basteln und Dinge ausprobieren wollen.
Matthias erklärte, dass aus genau diesem Gedanken im Konglomerate e.V. die Idee für HolyPoly entstand oder besser entstehen musste. Interessierte aus der Industrie waren bei Workshops dabei, fanden diese auch spannend, erklärten aber, dass solche Kleinformate nicht im industriellen Maßstab möglich sind. Die Aussage war: „Das geht nicht!“. Die Haltung des Unternehmens darauf ist: „Wir zeigen, dass es geht!“
„Nicht der Kunststoff ist das Problem, sondern unser Umgang damit.“ ist einer weiterer dieser Sätze, die von diesem Abend nachhallen. HolyPoly entwickelt gemeinsam mit den Unternehmen, Ansätze, wie Kunststoffe im Kreislauf gehalten werden können, um so neuen Kunststoff aus Rohöl zu reduzieren oder zu vermeiden. So zeigte er eine Bosch Bohrmaschine, die zu großen Teilen recycelt war. Diese Linie hat es nun in den gewöhnlichen Handel geschafft. Quasi (mit) Made in Dresden.
Das dient nicht nur der Umwelt durch weniger Müll und CO²-Emissionen (je recycelte Tonne Kunststoff werden zwei Tonnen CO² gespart), sondern Recycling spart entlang der Wertschöpfungskette bares Geld und macht uns und die Unternehmen obendrein unabhängiger von Lieferanten und somit resilienter. Das zeigt sich schon aktuell durch die Blockade der Straße von Hormus. Der Rohölpreis und damit auch der Kunststoffpreis steigt, Lieferanten fallen aus. Mit den recycelten Kunststoffen aus Dresden passiert das nicht.
„Wenn man es mal probiert, gibt es auch immer einen Weg.“ Auch dieser Satz illustriert wunderbar die Einstellung des etwa 30-köpfigen Teams. Denn das Recycling ist komplizierter, als wir Laien uns das vorstellten. Da ist zum Beispiel das Problem von Zusätzen. Damit Kunststoffe bunt oder UV-beständig sind, benötigen sie Zusätze. Welche genau, wissen die Firmen nach Jahrzehnten gar nicht mehr. Wenn man nun also Vaters alte Bohrmaschine aus den 80ern zurück in den Kreislauf bringt, sind da möglicherweise Schadstoffe drin, die heute verboten sind. Also braucht es Mittel und Wege, herauszufinden, was genau da drin ist. Das hat HolyPoly geschafft.
„Technologisch sind wir weiter, als wir die Technologien tatsächlich einsetzen.“ Neben den technischen Hürden sind es also vor allem prozessuale Schwierigkeiten und Vorurteile zu Qualität und Quantität der recycelten Kunststoffe, beschreibt Matthias ein weiteres Problem, das das Unternehmen lösen musste. Endverbraucher:innen sind nicht bereit, mehr für die Waschmaschine auszugeben, nur weil sie nicht aus neuem Kunststoff gefertigt wurde. Wirtschaftlichkeit ist also das A&O.
Auf unsere Frage, was es für einen weiteren Ausbau der Nachfrage braucht, nannte Matthias 3 Bereiche: CO²-und hoher Rohöl-Preis, da er unmittelbar den Kunststoffpreis erhöht und recycelte Produkte wettbewerbsfähiger sind und eine Prämie für Recycling wie z.B. in Frankreich. Also eher der Anreiz zur Nutzung von recycelten Kunststoffen als die Einschränkung von neuen, fossilen Kunststoffen.
Zuletzt sind wir noch in die Forschungs- und Produktionsabteilung gegangen. Die ist nur weniger hunderte Meter weiter untergebracht. Dort konnten wir Maschinen, Kunststoffgranulate und Barbie-Puppen ohne Köpfe bestaunen. Aus den Barbie-Puppen übrigens werden Spielplätze. Die Köpfe mussten ab, weil die Haare aus irgendeinem anderen Material waren.
Ein spannender und lehrreicher Besuch in einem innovativen Unternehmen aus Dresden, das darüber hinaus noch den Weg ins Verantwortungseigentum gehen möchte.
Bericht: Tom Wonneberger
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