Dresden handelt fair

Bündnis für Fairen Handel bringt Bewerbung Dresdens als „Fairtrade Town“ auf den Weg

08.04.16 –

Bündnis für Fairen Handel bringt Bewerbung Dresdens als „Fairtrade Town“ auf den Weg

Am heutigen Freitag (8.04.2016) haben Unterstützer aus Handel, Vereinen und Initiativen, Kirchen und Parteien der Öffentlichkeit das Projekt „Fairtrade-Town Dresden“ vorgestellt. Die Protagonisten wollen, dass sich die
Landeshauptstadt für diesen Titel in dem vom „Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt“ gebildeten Städteverbund bewirbt.

Im Beisein der Beigeordneten für Umwelt und Kommunalwirtschaft, Eva Jähnigen, verwies der Geschäftsführer des Sächsischen Handelsverbands, David Tobias, während eines Medienfrühstücks auf die wachsende Bedeutung des Handels mit „Fairtrade“ zertifizierten Produkten. In Deutschland habe der Verkauf fair gehandelter und hergestellter Produkte 2015 die Milliardengrenze erreicht. (827 Mio. € 2014). Auch in Dresden kommt diesem Segment eine wachsende Bedeutung zu. Dies wolle man durch die offizielle Bewerbung weiter ausweiten.
Ein entsprechender Antrag soll nun über die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Stadtrat eingebracht werden.

Fairtrade-Towns fördern gezielt den Fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den Fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Und das nicht ohne Grund, denn das Thema Fairer Handel liegt im Trend: In Deutschland wächst zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Auf kommunaler Ebene spielt der Faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch beim Einkauf der öffentlichen Hand.

Hier einige Statements der Dresdener Initiatoren:

Antonia Mertsching (Sachsen kauft fair): "Fair gehandelte Produkte findet man vor allem in Weltläden. In ganz Sachsen gibt es über 30, in Dresden sogar 5. Weltläden sind eine gute Möglichkeit sich über Fairen Handel zu informieren und sich auf vielfältige Weise zu engagieren. Wir freuen uns sehr darüber, dass es jetzt auch in Dresden eine vernetzte Initiative gibt zu Fairem Handel und nachhaltigem Konsum. Wenn wir den Titel  bekommen, wollen wir eine große Faire Kaffeetafel in der Stadt organisieren!"
 
David Tobias (Sächsischer Handelsverband): „Fairtrade ist eine Erfolgsgeschichte. Der Absatz fairer Produkte steigt jährlich um rund ein Drittel bis die Hälfte und bietet noch viel Potential. Die Fairtrade-Town Kampagne bezieht neben den Bürgern als Konsumenten und den Einzelhandel auch die Stadt als öffentlichen Beschaffer, Gastronomie oder die Medien ein und schärft so mit einem kommunalen Engagement das Bewusstsein für
nachhaltigen, fairen Konsum.“

Ulrich Clausen (PGR-Vorsitzender der Kathedralgemeinde Ss. Trinitatis): „Faires Handeln bekommt eine immer größere Bedeutung. Seit vielen Jahrzehnten engagieren sich Christen über die kirchlichen Hilfswerke mit Spenden in vielen Projekten für Menschen in den früher sogenannten Entwicklungsländern. Dabei stellen wir fest, dass es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist und bleibt. Papst Franziskus hat uns in seiner Umweltenzyklika zu einem engagierten Tun eingeladen. Fairtrade muss in unserem Leben ein größere Bedeutung bekommen und in der Gesellschaft immer stärker verankert werden. Unsere Brüder und Schwester auf der ganzen Welt – also in der Region und weltweit – erwarten unsere Fairness damit sie eine Chance zum Leben haben.“
 
Silke Sesterhenn (Geschäftsführerin Lokale Agenda 21 für Dresden e.V.): „Einen Beitrag zum fairen Handel kann jeder im Rahmen seiner privaten und beruflichen Möglichkeiten leisten. Eine Bewerbung als Fairtrade-Town schafft Öffentlichkeit für das Anliegen, regt zum Nachdenken und im besten Fall zum Handeln an. Das entspricht unserem Anliegen, weitere Akteure für eine nachhaltige Entwicklung in Dresden zu gewinnen.“
 
Georg Clauß (Micha Initiative Dresden): „Die Bewerbung der Stadt Dresden als Fair-Trade-Town ermöglicht es den fairen Handel öffentlich zu thematisieren und damit ein Zeichen für bewussten undnachhaltigen Konsum zu setzen. Die Micha Initiative Dresden unterstützt die Fair- Trade-Town Kampagne als einen weiteren Schritt in Richtung einer gerechteren Welt.“
 
Michael Schmelich (Sprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Dresden): „Fairness sollte das Primat menschlichen Handelns sein. Das hat auch für unser Konsumverhalten Konsequenzen. Nachhaltiges Wirtschaften mit auskömmlichen Einkommen für alle, die an dem Herstellungsprozess beteiligt sind, ist nicht nur moralisch erforderlich. Es sichert Lebensgrundlagen, führt zu stabileren politischen Verhältnissen in den Herkunftsländern und ist damit auch ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen. Gerade Dresden steht es gut zu Gesicht, sich dafür stark zu machen.“

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