In der Mitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Dresden am 25.04.2018 haben die anwesenden Mitglieder mit knapper Mehrheit ein ablehnendes Meinungsbild zum Skiweltcup in der Landeshauptstadt abgegeben. Der Abstimmung war eine kontroverse und detailreiche Diskussion vorausgegangen, die durch Inputs von Torsten Püschel als Vertreter der Veranstalter und Gottfried Mann als Vertreter des BUND eingeleitet worden war. Zu Beginn der Debatte begründeten Mitglieder der GRÜNEN Stadtratsfraktion ihre gegensätzlichen Standpunkte zum Thema.
Die Diskussion war durch Argumentationslinien auf zwei Ebenen geprägt: Während einerseits betont wurde, dass die Veranstaltung in Dresden ökologisch verträglicher gestaltet wird als in anderen Veranstaltungsorten, wurde auf der anderen Seite die Durchführung des Events grundsätzlich als das falsche Signal in Zeiten des Klimawandels gesehen. Der Vertreter des Skiweltcup-Teams hatte zuvor die Bemühungen illustriert, das Ereignis nachhaltig zu gestalten, und auch Verbesserungen – beispielsweise bei der Reduzierung des Kunstschnees durch eine kürzere Streckenlänge – in Aussicht gestellt. Die Kritik des BUND zielte nicht so sehr auf die konkrete Ökobilanz der Veranstaltung ab – der BUND-Vertreter schätzte die CO2-Bilanz als nicht höher als die von 15 bis 20 Dresdner*innen im Jahr ein – sondern auf die Unmöglichkeit, derartige Wintersportereignisse überhaupt nachhaltig im eigentlichen Sinne durchführen zu können. Es musste auch festgestellt werden, dass die geäußerten Einschätzungen eine echte Ökobilanz, die bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorliegt, nicht ersetzen konnten. In der anschließenden Diskussion wurden die genannten Aspekte wiederholt gegeneinander abgewogen: Der Hoffnung, dass die verhältnismäßig hohen ökologischen Standards des Dresdner Events eine Vorbildfunktion für den internationalen Skisportbetrieb haben könnten, wurde die Kritik des „Machbarkeitswahns“, der in der künstlichen und energieaufwendigen Herstellung von Wintersportbedingungen zum Ausdruck komme, entgegengestellt.
Abschließend gaben die Mitglieder über zwei Fragen ein Meinungsbild ab: Eine Mehrheit von elf Mitgliedern lehnte den Skiweltcup in Dresden grundsätzlich ab, neun sprachen sich dafür aus, fünf enthielten sich. Die weitere städtische Kofinanzierung des Skiweltcups durch die Landeshauptstadt lehnten elf Mitglieder ab, sieben sprachen sich dafür aus, während sich sechs enthielten.
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